München-Feldmoching
Graben mitten im Wohngebiet
Die Lerchenauer Straße durchschneidet in Feldmoching eine Mischung aus Wohn- und Gewerbegebiet. Hier durften wir im April 2020 einen Hausneubau archäologisch begleiten. Eine solche Grabung, nicht „auf der grünen Wiese“, sondern dort, wo Menschen leben, LKWs und Autos brummen, hat seine eigenen Herausforderungen und Vorteile. Einerseits mangelt es an Platz, um Schutt abzulagern. Daher muss die Grabung in kleinen Schritten erfolgen. Andererseits bieten die umliegenden Gebäude gute Anhaltspunkte für unsere Tachymeter-Vermessung.
Bebaut war die Gegend nicht immer. Auf Karten des 19. Jahrhundert ist an unserer Grabungsstelle noch ein Feld verzeichnet. Erst später breitete sich das Straßendorf Feldmoching, gewachsen um seine Kirche St. Peter und Paul, weiter aus. Von wann stammen also die Gebäudepfosten und Gruben, deren Reste wir im Boden fanden? Pfostenbauweise verweist auf die Vormoderne. Also scheinen vor der agrarischen Nutzung hier Menschen gesiedelt zu haben. Für eine genauere Datierung fehlen leider Funde, etwa Keramikscherben oder organische Überreste. Allerdings kamen unter dem Nachbarhaus in den 1920ern frühmittelalterliche Gräber zu Trage. Ein Indiz, das auf unsere Befunde übertragbar ist?
In guter Nachbarschaft
Während nebenan der Frühling mit Trampolinspringen genossen wird, suchen wir nach Spuren der Feldmochinger Vergangenheit.
Auf freier Flur
Die rote Fläche stellt das Ausmaß des frühmittelalterlichen Bodendenkmals dar, das unter Feldmoching vermutet wird. Unsere Grabungsfläche liegt etwa in der Mitte des Dreiecks. Die Karte im Hintergrund, der sogenannte „Urkataster“, zeigt: Hier baute im 19. Jahrhundert niemand Häuser – höchstens Kartoffeln.
Unter die Erde gebracht
Nur fürs geschulte Auge erkennbar sind diese Überreste eines Grubenhauses.
Grubenhaus, Perspektive Nr. 2
Zu sehen sind einige Grabungsutensilien, im Hintergrund die Beine eines Tachymeters. Bei den Arbeiten halfen sogar – nach entsprechender Schulung – die Bauherren!




